Vogelbeobachtung in Andalusien
In Spanien gibt es viele Naturreservate und Naturparks die zur Natur- und Vogelbeobachtung einladen. Die außergewöhnliche Vielfalt an Vögeln macht Andalusien zu einem einmaligen Ort für ornithologische Wanderungen.
Nationalpark Coto de Doñana (Huelva, Sevilla, Cádiz)
Der Naturpark Doñana liegt im westlichen Winkel Andalusiens am Mündungsgebiet des Guadalquivir und vereint die Provinzen Huelva, Sevilla und Cádiz. Das Gebiet ist ca. 120.000 Hektar groß und besteht größten teils aus Sandstrände und Wanderdünen, mediterranem Buschwald und Überschwemmungsgebieten mit Lagunen und Feuchtwiesen. Der Naturpark verfügt über einen einzigartige Artenvielfalt. Hier leben Wildkatzen, Füchse, Genettkatzen, Iltisse, Dachse, Wildkaninchen sowie der iberische Luchs und der Meloncillo. Es können bis zu 300 Vogelarten bestimmt werden, darunter der Kaiseradler, der Schwarzmilan und der Gleitaar. Desweiteren findet man hier Flamingos und Malvasiertauben. Im Gras und in den hohen Grünpflanzen suchen kleine Singvögel wie Stieglitze und Grauammern nach Nahrung. Zudem schwirren in der warmen Jahreszeit farbenprächtige Bienenfresser umher und auf an manchen Stellen kann man in der dichteren Vegetation am Rande solcher Wiesen Steinkäuze antreffen.
Ausgangspunkt der Wanderungen ist meist das kleine Örtchen El Rocío. Im dortigen Besucherzentrum bekommen Sie Informationen über die einzelnen Wanderwege und Möglichkeiten den Naturpark zu erkunden, sei es zu Fuß, per Bus oder mit den 4×4.
Der Vogelzug über die Meeresenge von Gibraltar
An kaum einem anderen Ort lässt sich der Vogelzug so eindrucksvoll beobachten wie an der Straße von Gibraltar. Das Überqueren der Meeresenge in beide Richtungen bietet eine hervorragende Gelegenheit, zahlreiche Arten zu beobachten, die sich der Küste nähern. Einige der Vogelarten, die sich am Himmel der Provinz Cádiz zeigen, sind Königsadler, Gänsegeier oder Mauersegler. Aber auch große Schwärme Schwarzmilane, Wespenbusarde, Bienenfresser, Weißstörche, Uferschwalben und viele, viele andere, je nach Jahreszeit sind hier auszumachen.
Besonders gut für die Vogelbeobachtung eignen sich die Migrations-Observatorien in den Gemeinden Tarifa und Algeciras, die Isla de Tarifa, die Naturparks “Los Alcornocales” und “El Estrecho”, die Naturschutzgebiete “Playa de Los Lances”, “Marismas del Río Palmones” und “Estuario del Río Guadiaro” sowie das Feuchtgebiet “Humedales de la Cuenca del Río Barbate” (La Janda). Alle in der Provinz Cádiz gelegen.
Naturpark Los Alcornocales (Cádiz)
In den Stein- und Korkeichenwälder des Naturparks Los Alcornocales, einem der größten zusammenhängenden Korkeichenwälder der Erde (Alcornoque = Korkeiche), können zwischen vielen Vogelarten auch größere Greifvögel wie z.B. der Habichtsadler gesichtet werden. Von dem historischen maurischen Dorf Castellar hat man einen schönen Ausblick auf die Bucht von Algeciras mit dem Felsen von Gibraltar um den Migrationszug zu beobachten. Millionen von Vögel machen in dieser Region auf ihrer Reise von oder nach Afrika Station.
Sierra de Grazalema (Cádiz)
In der Sierra von Grazalema (oberhalb des Naturparks Los Alcornocales) gibt es Canyons von außergewöhnlicher Schönheit, wie den der Garganta Verde (Grüner Schlucht) und Grotten, wie die von Hundidero-Gato, welches die größte Andalusiens ist. Ein dichter mediterraner Wald aus Stein-, Kork- und Bergeichen, Johannisbrotbäumen und wilden Olivenbäumen bietet vielen Tieren eine Heimat. Man zählt über 130 Vogelarten, darunter den Habichtsadler oder die Wiesenweih, die beide als stark gefährdet gelten. Des Weiteren findet man hier eine der größten Kolonien von Gänsegeiern.
Peñón de Zaframagón (Cádiz)
Ein sehr kleines Gebiet von sehr großer Bedeutung. Es besteht aus einem riesigem Felsen in den Ausläufern der Serranía de Grazalema in der Nähe des Städtchens Coripe (Cadiz). Auf dem Gipfel ist eine Video-Kamera angebracht, die Bilder zum Vogelbeobachtungszentrum Zaframagón sendet. Weitere Informationen zu dem Naturreservat finden sie in dem Artikel Vía Verde de la Sierra.
Lagune von Fuente de Piedra
Die Lagune von Fuente de Piedra liegt in der Nähe von Antequera und nördlich der Serranía de Ronda. Sie ist ein salziges und steppenartiges Feuchtgebiet mit stark schwankendem Wasserpegel. Bei guten Bedingungen lässt sich hier die bedeutendste Flamingokolonie des gesamten westlichen Mittelmeers nieder von denen auch viele hier nisten.
Naturpark Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas (Jaén)
Die Flora und Fauna des Naturpark Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas ist unglaublich artenreich, möglicherweise sogar einmalig. Es gibt einen unübersehbaren Wildreichtum bestehend u.a. aus Wildschweinen, Rot- und Dammwild, spanischen Steinböcken und Mufflons.
Die bemerkenswertesten hier heimischen Greifvögel sind Stein- und Habichtadler sowie Gänsegeier; diese und viele andere Arten kann man etwa am Mirador del Valle beobachten, wo sie an sonnigen Tagen am Vormittag die Thermik ausnutzen, um sich hochzuschrauben. In den Jahren 2006-08 sind auch neun Bartgeier in der Sierra de Cazorla ausgewildert worden.
Von den kleineren Vogelarten findet man in den Pinienwäldern der Sierra u.a. Haubenmeise (Parus cristatus), Tannenmeise (Periparus ater), Kohlmeise (Parus major) sowie auch das Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus). Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), der Stieglitz (Carduelis carduelis) sind ebenfalls hier beheimatet.
Von Cazorla aus werden Tagestouren mit dem Jeep angeboten, die speziell auf die Vogelbeobachtung ausgerichtet sind.
Wir organisieren für Gruppen von 3 bis max. 8 Personen individuelle Reisen zur Natur- und Vogelbeobachtung in Andalusien, mit und ohne kulturellem Rahmenprogramm. Die Touren werden von ortskundigen Führern begleitet.
Wunderschöne Foto – Berichte über die Vogelwelt Andalusiens finden Sie auf der Website der Naturfotografin Birgit Kremer.







